Wuppertal. „Mein Sohn Nathanael spielt wahnsinnig gern Basketball, aber die Mitgliedschaft in einem Sportverein ist für uns einfach nicht drin. “ Beate Kukec ist eine von viele Wuppertaler Müttern, die ihren Kindern gern mehr bieten würde, „aber bei fünf Kindern, zwei Dauerpflegekindern und mit nur einem Einkommen ist das finanziell nicht möglich“.
Um Familien wie den Kukec’ zu helfen, beteiligt sich der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) an einer Initiative der Caritas des Erzbistums Köln. Dort entstand die Idee, Kinderbildungstickets an alle Familien mit schwachem Einkommen, also nicht nur Hartz-IV-Empfänger, auszugeben. Ziel ist es, diesen Kindern den Besuch eines Sportvereins, der Musikschule oder des Schwimmunterrichts zu ermöglichen. „Die Bildungstickets sollen zweckgebunden sein, so dass sie auf jeden Fall den Kindern zu Gute kommen“, sagt Theodora Reiners, SKF-Sozialpädagogin. „Eine Erhöhung des Kindergeldes hätte nicht den gleichen Effekt, wir alle kennen die leidige Diskussion um Zweckentfremdung in manchen Familien“.
Soweit die Idee – für die Umsetzung in den einzelnen Städten soll nun die Politik sorgen. Seit Montag informieren Plakate an den Schwebebahnstationen über das Konzept der Tickets. Durch sie soll die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert werden und die Plakate sollen Druck auf die Politik machen, denn: „Wir haben das Problem erkannt und ein Konzept entwickelt, die Umsetzung liegt aber nicht in unseren Händen“, sagt Reiners.
Politiker der Stadt waren sich am Montag über Parteigrenzen hinweg einig, dass die Idee eines Bildungschecks eine sinnvolle Sache sei, die Umsetzung aber schwierig. „Das Problem besteht darin, dass die notwendigen Gelder zu den freiwilligen Leistungen zählen und da sind uns aufgrund der Haushaltslage die Hände gebunden“, brachte es Michael Hohagen (Grüne) auf den Punkt. Genauso wie SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dietmar Bell und Arnold Narkowsky (CDU) favorisiert er eine Zusammenarbeit mit den Vereinen und die Suche nach Sponsoren. Eva Schroeder von der FDP brachte auch die Offenen Ganztagsschulen ins Spiel.
Für Familie Kukec wäre die Einführung der Tickets sicher ein Gewinn – so könnte Sohn Nathanael endlich Basketball spielen.
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http://www.wz-newsline.de/?redid=612261das wäre ja mal was.