http://www.wz-newsline.de/?redid=952619uppertal. Die Gemeinschaftsgrundschule am Nützenberg gehört nicht zu den Einrichtungen, die von der Stadt vernachlässigt werden. Drei Millionen Euro hat das Gebäudemanagement (GMW) in einen Neubau investiert. Und doch entzündete sich am Nützenberg ein Grundsatzstreit: Wie weit müssen oder sollen sich Eltern für die Schulen ihrer Kinder persönlich engagieren – auf eigene Verantwortung und eigenes Risiko? Oder zahlen, wie im Fall der Benutzung von Schultoiletten (die WZ berichtete).
Stadt: Renovierung ja, Verschönerung nein
An der Nützenberger Straße sind für einige Eltern die Erwartungen diesbezüglich eindeutig zu hoch gesteckt. „Wir sollten die Klassenzimmer streichen, weil der Stadt das Geld für die Renovierung fehlt. Das sehe ich nicht ein“, empört sich die Mutter von zwei Kindern, Katja Jorch.
Nicht, dass sie nichts tun möchte. Die Eltern haben sich bereits während der Bauarbeiten intensiv und kreativ eingebracht. Für Katja Jorch wäre es in den Klassenräumen aber mit ein paar Pinselstrichen nicht getan. „Die Räume sind mehrere Meter hoch. Die Wände dort zu streichen erfordert Fachwissen. Das habe ich nicht.“
Sinneswandel nach einem Jahr
Darüber hinaus hält sie es für skandalös, dass die Stadt aus Geldmangel ihren Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Und ansprechend seien die Klassenräume keineswegs mehr. „Die sehen schlimm aus.“ Aber möglicherweise nicht schlimm genug. Zumindest stellt sich die Ausgangslage für GMW-Chef Hans Uwe Flunkert etwas anders dar. Man habe im Zuge des Neubaus im alten Schulgebäude den Brandschutz angepasst. Dies betreffe aber vor allem die Flure der Schule. Dort werde man die Arbeiten bis November abschließen.
Bereits vor einem Jahr habe die Schule angeboten, mit den Eltern über einen Neuanstrich der Klassenräume (nicht der Flure) in Eigenregie zu sprechen. Die Schule habe ihre Bereitschaft signalisiert. Im Gegenzug habe man zugesagt, Farbe, Pinsel und – wenn nötig – fachkundigen Rat zu stellen. „Inzwischen hat sich wohl die Stimmungslage geändert“, stellt Flunkert fest. „Stimmt“, meint Schulleiterin Ulla Blum. „Bei genauer Betrachtung der Räume zeigten sich die Eltern eher zurückhaltend.“
Gebäudemanagement will für Neuanstrich sorgen
Grundsätzlich geht es auch um die Frage: Handelt es sich um eine Verschönerung oder um Renovierung, zum Beispiel aus hygienischen Gründen. Für reine Kosmetik in Klassenräumen fehlt dem GMW das Budget.
Dennoch will Flunkert der Schule helfen. Und so erhielt die Schule gestern – einen Tag nach dem Anruf der WZ – Besuch vom GMW. Man werde den Anstrich übernehmen, so dass die Kinder im November in „frische Klassenräume“ einziehen können.“