http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/trostlose-leere-die-stadt-hat-kein-geld-fuer-ihre-spielplaetze-1.606636 Das Budget für die Spiel- und Bolzplätze ist von 770 000 auf 300 000 Euro gekürzt worden. Viele Geräte werden ersatzlos abgebaut.
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Wuppertal. Es ist ein trostloses Bild, das so gar nicht zum Spielen einlädt: Leere Sockel, ein verlassener Sandkasten und Fragmente von Bänken erinnern an den Spielplatz mit Seilbahn, Klettergeräten und Spielhaus, den es an der Clarenbachstraße in Wichlinghausen einmal gegeben hat. Der benachbarte Bolzplatz ist abgesperrt, ein Schild mit der Aufschrift „wegen Unfallgefahr bis auf weiteres gesperrt“ warnt vor dem Betreten des abgesackten Geländes. Heute werden hier vor allem Hunde ausgeführt. Dabei gibt es in der Umgebung viele Kinder, direkt neben dem Spielplatz ist eine Siedlung mit Einfamilienhäusern entstanden, ein Kindergarten liegt unterhalb des Geländes.
Jede noch so kleine Investition muss in Düsseldorf bewilligt werden
Nicht alle 259 Spielplätze sind in einem so katastrophalen Zustand, aber wegen der Haushaltssicherung steht es schlecht um die sowieso schon knappen Spielflächen (s. Kasten) in Wuppertal. „Die Mittel sind in den letzten Jahren kontinuierlich gekürzt worden. Wir haben viel zu wenig Geld für unsere Plätze“, sagt Frank Zlotorzenski, Teamleiter Planung und Bau von Freianlagen bei der Stadt. Anfang 2000 gab es noch ein jährliches Budget von rund 770.000 Euro, sukzessive wurde es gekürzt. Für 2011 wurden vom Kämmerer nur noch 300.000 Euro für die Spielplätze bewilligt. Die Summe wird derzeit bei der Kommunalaufsicht geprüft. Grundsätzlich müssen sämtliche, noch so kleine Investitionen in Düsseldorf abgenickt werden.
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Großbild Andreas Fischer
Früher gab es hier eine Seilbahn und Klettergerüste, heute herrscht an der Clarenbachstraße nur noch gähnende Leere. Sogar die Bänke sind abmontiert. Für Kinder ist der Platz zum Spielen so gänzlich unattraktiv.
Derweil wird die Liste der dringenden Maßnahmen auf Zlotorzenskis Schreibtisch immer länger. Aktuell tauchen dort 22 Spiel- und Bolzplätze auf. Mal bräuchten die Plätze neue Spielgeräte, wie etwa an der Samoastraße, wo sich die IG Nächstebreck in Eigenleistung um den Spielplatz kümmert, es fehlt ein Tor, oder der Boden muss vor Absackungen geschützt werden. Die einzelnen Investitionen reichen von 1500 bis 55 000 Euro. Die Kosten für das Komplettpaket lägen bei rund einer Million Euro. Realistisch können laut Zlotorzenski etwa zwölf Maßnahmen umgesetzt werden.
„Es gibt immer wieder Plätze, wo die Spielgeräte ersatzlos abgebaut werden müssen“, sagt er. „Wo sollen unsere Kinder da noch spielen?“ Sein Team baut keine schönen Spielplätze mehr, sondern sorgt nur noch für die Verkehrssicherheit. Das heißt, angefaulte Pfosten werden ausgetauscht oder Geräte aus Sicherheitsbedenken abgebaut.
Mit Blick auf den demografischen Wandel und die Zahl der Kinder in den Stadtteilen plant die Stadt eine Begehung aller Plätze. Es soll überprüft werden, ob sie benötigt werden. Im Zweifelsfall müssten dann auch Standorte aufgegeben werden.
Zumindest für die Clarenbachstraße könnte es ein gutes Ende geben: Laut Stadt besteht Hoffnung, dass der Platz mit Hilfe des Programms „Soziale Stadt“ saniert werden kann.